Die Digitalisierung unseres öffentlichen Sektors ist eines der dringendsten Probleme, aber auch eine der größten Chancen für unsere Gesellschaft. 

Digitale Technologien können die Dienstleistungen im Interesse der Allgemeinheit verbessern und die Umwelt, das Klima und die natürlichen Ressourcen schützen. Dies sorgt für eine höhere Lebensqualität in Städten und Gemeinden.

Der Digitalisierungsausschuss des VKU hat 11/2021 ein Konzeptpapier mit dem Titel „Digitale Daseinsvorsorge“ veröffentlicht, das aufzeigt, was kommunale Unternehmen tun müssen, um diesen Prozess proaktiv zu beeinflussen.

Das Konzeptpapier deckt viele Aspekte des Datenmanagements und der künstlichen Intelligenz sowie der Mitarbeiterschulung und -entwicklung ab. Es wird deutlich, dass kommunale Unternehmen bei diesem Übergang eine Schlüsselrolle spielen. Da sie digitale Infrastrukturen, Dienstleistungen und Ideen in die Gemeinschaft einbringen, stellen sie digitale Dienstleistungen von allgemeinem Interesse dar, gerade weil sie diese Dinge anbieten.

Quelle: Verband kommunaler Unternehmen (VKU)

 

Der VKU definiert digitale Dienstleistungen von allgemeinem Interesse als Online-Plattformen und -Anwendungen, die allen Bürgern offen stehen, die eine breite Palette von Funktionen für die private oder berufliche Nutzung bieten und die mit öffentlichen Mitteln finanziert werden. Diese Dienste sollten auf den folgenden Leitgedanken beruhen:

  • Verfügbarkeit: Der Dienst muss für jeden ohne Diskriminierung verfügbar sein.
  • Nützlichkeit: Der Dienst muss ein hohes Maß an Nützlichkeit und Mehrwert für die Nutzer bieten.
  • Eingliederung: Der Dienst muss so gestaltet sein, dass eine breite Beteiligung der Bürger gewährleistet ist
  • Transparenz: Die Funktionsweise des Dienstes muss transparent und demokratisch sein
  • Benutzerkontrolle: Die Bürger müssen die Kontrolle über ihre Daten haben und das Recht auf Privatsphäre
  • Nachhaltigkeit: Der Dienst muss auf lange Sicht finanziell tragbar sein
  • Soziale Verantwortung: Der Dienst muss die sozialen Bedürfnisse der Bürger erfüllen.

Der VKU ist der Ansicht, dass diese Dienste ein großes Potenzial zur Förderung der sozialen Eingliederung, zur Bekämpfung der Armut und zur Schaffung neuer Beschäftigungsmöglichkeiten haben. Sie können auch dazu beitragen, die öffentliche Verwaltung zu verbessern, Innovationen zu unterstützen und die wirtschaftliche Entwicklung anzukurbeln. Um dieses Potenzial voll auszuschöpfen, ist es jedoch wichtig, dass alle Beteiligten – einschließlich politischer Entscheidungsträger, Unternehmen und Organisationen der Zivilgesellschaft – eng zusammenarbeiten.

Vom Datenmanagement, über Künstliche Intelligenz bis hin zu Aus- und Weiterbildungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geht das Konzeptpapier auf zentrale Aspekte ein, die für eine erfolgreiche digitale Transformation notwendig sind. Dabei wird klar: Die kommunalen Unternehmen sind zentrale Akteure dieser Transformation.

„Wir wollen Antworten auf die Frage geben, was digitale Dienstleistungen der Daseinsvorsorge ausmacht und wie sie zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen beitragen können“, sagte der VKU-Ausschussvorsitzende Dr. Tobias Brosze in einem Interview mit der Zeitung für kommunale Wirtschaft (ZfK) über das neue Konzeptpapier zur Digitalisierung. Das Engagement der kommunalen Unternehmen zeigt sich auch in den Leitideen, die für diesen Bereich formuliert wurden. „Datenmanagement und künstliche Intelligenz sind für viele Anwendungen im öffentlichen Sektor unerlässlich“, betonte Brosze. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Aus- und Weiterbildung: „Es ist wichtig, dass wir unsere Mitarbeiter mit den notwendigen Fähigkeiten für die Arbeitswelt von morgen ausstatten.“

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